Erste Präsidentin Costa Ricas
Laura Chinchilla ist nicht die erste Präsidentin in Lateinamerika. Frauen erreichten das höchste Amt im Staate schon in Nicaragua, Panama, Bolivien, Chile und Argentinien. Manche waren dem Amte aber kaum gewachsen, wie etwa die treu sorgende Hausmutter Violeta Chamorro in Nicaragua oder die Nachtclubtänzerin Isabelita Perón in Argentinien.
Dem hingegen liest sich der Lebenslauf der 50 Jahre alten Laura Chinchilla geradezu wie ein Empfehlungsschreiben für ihre neue Aufgabe. Schon ihr Vater war als anerkannter Verwaltungsjurist zweimal Präsident des Rechnungshofes und damit Chef der Finanzverwaltung Costa Ricas. Seine 1959 geborene Tochter studierte Politikwissenschaft in der Hauptstadt San José und an der Georgetown-Universität in Washington. Seit 1990 arbeitete Chinchilla in verschiedenen internationalen Organisationen wie der Weltbank und den Vereinten Nationen. Sie beschäftigte sich vor allem mit Fragen der inneren Sicherheit und des Drogenhandels.
Diese Erfolge führten die in gesellschaftspolitischen Fragen eher konservative Mutter eines Sohnes alsbald an die Seite des seit 2006 wieder regierenden Präsidenten Oscar Arias. Er hatte in seiner ersten Amtszeit (1986-1990) in den politischen Wirren in Mittelamerika so erfolgreich vermittelt, dass er 1987 dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. In den ersten beiden Jahren seiner zweiten Amtszeit wurde Chinchilla Vizepräsidentin und leitete gleichzeitig das Justizressort.
Kritiker monieren ihre große Nähe zu Arias und dessen Familie. Chinchilla sei nur eine "Übergangspräsidentin", die dem Bruder des Präsidenten, dem Unternehmer Rodrigo Arias, den Weg an die Staatsspitze ebnen solle. Dessen Ruf ist nicht der beste: Er hat durch Korruptionsvorwürfe auch dem Ansehen seines Bruders Oscar geschadet.
Quelle: http://www.welt.de
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| Veröffentlicht 11:15:22 06.02.2010 |
Quelle http://www.welt.de |
