Zahlen und Fakten über Nicaragua
Steckbrief
| Gemeinsame Grenzen | |
| im Norden: | Honduras |
| im Süden: | Costa Rica |
| Küsten: | Karibik im Osten, Pazifik im Westen |
| Fläche: |
129.494 km² |
| Amtssprache: | spanisch |
| Hauptstadt: | Managua |
| Staatsform: | Präsidialrepublik |
| Einwohnerzahl: | 5.675.356 (Stand 2007) |
| Bevölkerungsdichte: | 43,8 Einwohner pro km² |
| Währung: | Cordoba Oro |
| Zeitzone: | UTC-6 |
| Kfz-Kennzeichen: | NIC |
| Internet TLD: | .ni |
| Telefon-Vorwahl: | +505 |
| Strom: | 110 V (Adabter!) |
Wirtschaft
Nicaragua gehört zu den Pro-Kopf-Einkommen lag 2003 mit 623 Euro unterhalb der Armutsgrenze nach Definition der WHO, allerdings gehört Nicaragua nicht in die Gruppe der Least Developed Countries (LDC) der WHO, da hierzu noch die (Nicht-) Erfüllung weiterer Kriterien erforderlich ist. Außerdem gilt Nicaragua als , das Entwicklungsland.ärmsten Ländern der Welt.50 % der Bevölkerung leben in Armut, in der Landbevölkerung steigt dieser Anteil bis auf 70 %. In Lateinamerika ist Nicaragua heute nach Haiti das zweitärmste Land. Die Gründe der schlechten Wirtschaftslage sind vielfältig, neben geschichtlichen Faktoren, einseitiger Wirtschaftsstruktur und jahrzehntelanger Oligarchiewirtschaft spielen auch häufige Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkanausbrüche und Wirbelstürme) eine gewichtige Rolle.Die vorige Regierung unter Bolaños versuchte marktwirtschaftliche Reformen voranzutreiben und das Wirtschaftswachstum zu erhöhen. Dabei sollte Nicaragua als Wirtschaftsstandort attraktiver gemacht werden, allerdings vor allem für ausländische Investoren, was nicht nur Zustimmung fand. Ein ambitioniertes Dreijahresabkommen wurde im Dezember 2002 mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen. Das reale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes lag mit 2,3% auch 2003 unter der Rate des Bevölkerungswachstums von 2,6%.
Fast 80% der nicaraguanischen Bevölkerung lebten 2005 von unter 2 US-$ pro Tag, rund 45% von 1 US-$ oder weniger. Der Nordwesten des Landes durchlebte 2005 eine Hungersnot, die immer noch nicht ausgestanden ist.
Zahlen:
- Bruttoinlandsprodukt:
- ca. 16,09 Mrd. US$ (2005)
- pro Kopf: ca. 2.900 US$ (2005)
- Wachstumsrate: ca. 4 % (2005)
- Arbeitslosenrate: ca. 5,6 % plus Unterbeschäftigung von 46,5 % (2005)
- Inflationsrate: ca. 9,6 % (2005)
- Bevölkerung unter der Armutsgrenze: ca. 50 % (2001)
- Anteil der Wirtschaftssektoren am Bruttoinlandsprodukt:
- Landwirtschaft: ca. 16,5 % (2005)
- Industrie: ca. 17,3 % (2005)
- Dienstleistungen: ca. 52,2 % (2005)
Wichtige Handelsgüter
| Import : | Maschinen und Ausrüstung, Rohmaterialien, Erdölprodukte, Konsumgüter |
| Export: | Kaffee, Shrimps und Hummer, Baumwolle, Tabak, Rindfleisch, Zucker, Bananen, Zigarren, Gold und Rum |
Umwelt
Wie in allen Entwicklungsländern hat auch Nicaragua ein Müllproblem.
Das Umweltbewusstsein der Nicas ist eher schwach ausgebildet aufgrund mangelnder Aufklärung. Allerorts wird Müll dort hingeworfen, wo er gerade anfällt, die Straßen säumen häufig Gräben voller Plastiktüten und sonstigem Abfall. Die Stadt Granada unterhält ein Programm, das darauf abzielt die Bewohner auf das Müllproblem aufmerksam zu machen, es nennt sich Mantenga limpia la ciudad (Halten Sie die Stadt sauber). Ende Oktober 1998 wütete Hurrikan Mitch in Mittelamerika und richtete auch in Nicaragua schwere Schäden an. Durch Dauerregen ausgelöste Überschwemmungen und Erdrutsche töteten mehr als 4.000 Menschen. Es kam zu einem Ausbruch von Seuchen.Nach der Katastrophe gab es vielfältige internationale Hilfe und Hilfszusagen. Allerdings nutzte die damalige Regierung unter Alemán einen Teil der Gelder, um sich und den ihr nahestehenden Gruppen einen Vorteil zu verschaffen.
Verkehr
Die Panamericana verläuft durch Nicaragua, unter anderem durch die Städte Managua, Granada und Rivas. Am Grenzübergang Penas Blancas trifft sie auf das Staatsgebiet von Costa Rica. Das Straßennetz ist im Südwesten relativ gut ausgebaut und dank einer kürzlichen Generalüberholung auch teilweise in besserem Zustand als zum Beispiel ein Großteil der Straßen Costa Ricas.Zwischen Managua, Bluefields, Puerto Cabezas, San Carlos und den Corn Islands verkehren drei inländische Fluglinien. An der Karibikküste, im Nicaragua-See und auf dem Río San Juan gibt es regelmässige Schiffsverbindungen. Es gibt eine Eisenbahnlinie von Chinandega über die Hauptstadt Managua nach Granada am Nicaraguasee. Ausserdem gibt es eine Nebenstrecke von Masaya nach Diriamba sowie von León nach El Sauce.Seit Jahrhunderten bestehen Pläne zum Bau eines Kanals durch Nicaragua. Diese sind seit Ende der 1990er-Jahre wieder aktuell, da der Panama-Kanal nicht mehr für alle Schiffe geeignet ist.



